Habermanns Murder

ORIGINAL PROTOCOL OF HABERMANNS MURDER

Zusätzlich zu meinem ursprünglichen Protokollaussage, aufgeschrieben am 4.4.1950 bei Abteilung OVNB 2 in Schumperg gebe ich wahrheitsgemäß folgendes zu Protokoll:

Hubert Habermann, den früheren Besitzer der Mühle in Bludorf, kannte ich schon seit meiner Kindheit, weil ich seit meiner Geburt in dem Kreis Bludova lebe. Mit ihm hatte ich jedoch keine Verbindung gehalten und seine persönlichen familiären Umständ kannte ich nicht. Erst ungefähr drei Monate vor der Befreiung im Jahr 1945, kam ich zufälliger Weise nach Schumpberg. Dort fand iich mich am Abend im Grand Hotel ein. Bei meiner Ankunft traf ich in der Vorhalle Habermann, der in diesem Hotel wohnte. Habermann , ohne dass ich mich überhaupt um ihn kümmerte, sprach mich mit den Worten an: „Du tschechisches Schwein, was willst du hier ?“ Nach diesen Worten schlug er mich mit der Faust ins Gesicht. Nach diesem Schlag war ich blutüberströmt; das Blut spritzte mir aus der Nase. Ich selbst, weil ich weitere Angriffe von Habermann auf mich befürchtete, entfernte mich aus dem Hotel und ging lieber nach Hause. Bei dem Angriff auf mich waren etliche Personen zugegen, die ich aber nicht kenne.

Von dieser Zeit an habe ich, soweit ich mich erinnere, Habermann nicht mehr gesehen. Noch habe ich es erlebt, dass ich in seine Nähe kam. Erst am Tag der Befreiung von Bludova im Monat Mai 1945 traf ich unter besonderen Umständen im Kurort Bludova wieder auf Habermann. In dieser Zeit war ich mit Arthus Haas in Bludova, der Kommandanten unsere Wacheinheit. Ich bewachte die Staatsstraße von Schumberg nach Bludova in der Nähe des dortigen Bades, um so die Flucht von Deutschen zu verhindern. Bei dieser Gelegenheit ging ich direkt in das Bad, um nach verdächtigen Personen Ausschau zu halten.

Dort sah ich mir unbekannte Wachmänner, die mit Habermann über die Baumallee vom Bad in Richtung Bludova gingen. Ich ging zu Habermann und packte ihn mit der Hand an die Schulter, drehte ihn in die Richtung zu mir und sagte ihm: „Du deutsches Schwein. Jetzt sprich, ob du jemanden auf die Schnauze hauen willst.“ Daraufhin entgegnete Habermann, dass er mit mir nichts zu bereden habe und wollte weitergehen. Ich hatte mich aus Freude über die Befreiung betrunken und voller Erregung und wie im Rausch zog ich die Pistole heraus und schoss Habermann in den Kopf. Ich bekenne mich dazu, dass ich vor dem Schuss auf Habermann den ihn begleitenden Wachmännern sagte, ihn nirgendwo mehr hinzubringen und ihn lieber auf dem Weg in das Bad zu erschießen. Daraufhin jedoch antwortete mir einer von den Wachen, dass er etwas Ähnliches nicht beabsichtige und dass er nicht einmal etwas hätte, mit dem er das tun könnte.

Nach der Erschießung von Habermann kehrte ich zum Bad zurück, wobei ich auf dem Weg überlegte, was man mit der Leiche weiter tun sollte. In der Nähe des Bades Bludova sah ich dann eine Holzkarre zum Wegfahren von Erde und ähnlichem. Mit dieser Karre kehrte ich zurück zu dem Platz, wo Habermann lag. Ich legte Habermann auf die Karre und fuhr ihn zum Fluss Morawe weg, der in der Nähe floss. Weil ich Angst hatte, dass die Leiche leicht gefunden werden könnte und man so auf meine Tat stoßen würde, warf ich Habermann in den Fluss, ohne mich weiter um ihn zu kümmern. Danach kehrte ich zurück und habe über den ganzen Fall niemanden etwas erwähnt.

Ich gebe zu Protokoll, dass ich mich nach dem Erschießen von Habermann um nichts kümmerte und ihm nichts weggenommen habe. Ich weiß nicht, ob er überhaupt Geld oder andere Wertsachen bei sich hatte. Das habe ich nicht gesehen, und es ist mir darüber auch nichts bekannt. Zugleich kann ich mich nicht daran erinnern, ob mir jemand beim Wegräumen von Habermann’s Leiche geholfen hat. Wie ich schon erwähnt hatte, war ich zu dieser Zeit in einem betrunkenen Zustand. Ich kann deshalb nicht mit Gewissheit sagen, ob Kommandeur Haas oder eine andere Person geholfen hat. An abweichenden Angaben, die ich in der früheren Aussage zu Protokoll gegeben habe, kann ich nichts mehr ändern. Meine Tat, zu der ich mich wahrheitsgemäß bekannt habe und die ich bedaure, lässt sich nicht mehr ändern. Wie schon angeführt, war ich betrunken und wollte mit Habermann die offene Rechnung begleichen.

Außerdem wurde ich zur Tat angestiftet, weil beim Abhören von ausländischen Sendern gemeldet wurde, dass die Deutschen jetzt unsere Hauptfeinde sind.

Offizier Pazour
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